Wirksame HIV-Behandlung verhindert sexuelle Übertragung

Vorurteile streichenKreis Soest. HIV ist unter einer wirksamen Behandlung nicht mehr übertragbar. Auf diese Botschaft der diesjährigen Internationalen AIDS-Konferenz in Amsterdam weisen das Kreisgesundheitsamt und die AIDS-Hilfe im Kreis Soest e. V. gemeinsam im Vorfeld des Welt-AIDS-Tages am Samstag, 1. Dezember 2018, hin. Eine wirksame HIV-Therapie vermindert die Anzahl der Viren im Körper so stark, dass die Viren nicht mehr messbar sind.

„Wenn die HI-Viren nicht mehr messbar sind, kann HIV auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragen werden. Dieses Konferenzergebnis fassten die Wissenschaftler mit den Worten ‚Nicht messbar = Nicht übertragbar! (N=N)‘ als Botschaft an Menschen mit und ohne HIV zusammen", erläutert Antje Dribbisch, AIDS-Koordinatorin des Kreisgesundheitsamtes. Menschen mit HIV können dank der Behandlungserfolge relativ beschwerdefrei leben und erreichen ein nahezu gleiches Lebensalter wie Menschen ohne HIV-Infektion. Sie können an der Gesellschaft teilhaben, arbeiten, ihre Sexualität ohne Angst leben und auf natürlichem Weg Eltern werden.

„Mit HIV zu leben ist heute etwas ganz Anderes als vor 20 Jahren", führt Hanna Rose von der AIDS-Hilfe im Kreis Soest e. V. aus. „Wir hoffen, dass die Verbreitung der Botschaft ‚N = N‘ Menschen ermutigt, sich beraten und gegebenenfalls auch testen zu lassen. Denn nur wer von der Infektion weiß, kann auch von den Vorteilen der Behandlung profitieren", ergänzt die Gesundheitswissenschaftlerin Antje Dribbisch. "N = N" ist aber auch eine wichtige Botschaft für die gesamte Bevölkerung: Obwohl viele wissen, dass HIV im Alltag und am Arbeitsplatz nicht übertragbar ist, verspüren sie Unsicherheiten im konkreten Umgang mit Menschen mit HIV.

Neuere Entwicklungen, wie die Nicht-Übertragbarkeit unter wirksamer Therapie, sind wenigen bekannt. „Unwissen und Ängste können aber Quellen der Diskriminierung von Menschen mit HIV sein", führt Sexualwissenschaftlerin Hanna Rose aus. „Wir bieten Beratung für Familienmitglieder und den Freundeskreis ebenso wie für Personal im Gesundheitswesen oder Vorgesetzte an. Bei uns sind alle willkommen, die Fragen rund um HIV haben." Der Beratungsbedarf zu HIV ist im Kreis Soest nach wie vor da: 2017 ließen sich im Kreisgesundheitsamt über 200 Personen anonym zu HIV beraten und testen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes gab es 2017 deutschlandweit 2.700 in Deutschland erworbene HIV-Neuinfektionen und damit weniger Infektionen als 2016 (rund 2.900). Leider machten unverändert zum Vorjahr die Spätdiagnosen ein Drittel der HIV-Neudiagnosen aus. Das bedeutet, dass bereits ein schwerer Immundefekt oder eine AIDS-definierende Erkrankung aufgetreten ist. Ende 2017 lebten in Deutschland schätzungsweise 86.100 Menschen mit HIV. Etwa 68.800 nahmen eine antiretrovirale Therapie ein. Etwa 11.400 wussten nicht, dass sie mit dem Virus infiziert sind.

BierdeckelaktionIm Kreis Soest finden im Rahmen des Welt-AIDS-Tages wieder verschiedene Aktivitäten und Spendensammel-Aktionen statt: Die AIDS-Hilfe im Kreis Soest e.V. und die AIDS-Koordination des Kreisgesundheitsamtes bieten am Samstag, 1. Dezember, im Foyer des Evangelischen Krankenhauses Lippstadt von 10 bis 15 Uhr einen Infostand samt HIV-Testaktion an. Interessierte können sich informieren sowie anonym und vertraulich einen kostenfreien HIV-Antikörper-Test machen. Außerdem steht das Aktionshaus auf dem Soester Weihnachtsmarkt mit der AIDS-Hilfe am Freitag, 30. November, und Samstag, 1. Dezember, jeweils von 11 bis 21 Uhr zur Verfügung. Neben Informationen zum Thema werden wieder weihnachtliche Kleinigkeiten und Holzarbeiten von der JVA Werl zum Verkauf angeboten. Dort können auch die diesjährigen Sammel-Teddys der AIDS-Hilfe erworben werden. Das Gesundheitsamt und die Aids-Hilfe im Kreis Soest beteiligen sich zudem gemeinsam mit Soester Bars und Lokalen (u. a. Alter Schlachthof, Brauhaus Zwiebel, Der Kater, Jason’s Pub) an einer landesweiten Bierdeckelaktion zum Welt-Aids-Tag. Diese wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert. Die Bierdeckel beinhalten ein Rezept für den alkoholfreien Cocktail „Safer Sex on the Beach“ und weisen auf die anonymen Beratungs- und Testmöglichkeiten im Kreis Soest hin. Damit unterstützen Soester Lokale die HIV-Beratungsstellen im Kreis und setzen ein Zeichen der Solidarität für Menschen mit HIV und AIDS.

Die AIDS-Hilfe im Kreis Soest e.V. und die Beratungsstellen des Kreisgesundheitsamtes beraten anonym, kostenlos und vertraulich zu allen Fragen rund um HIV/ Aids und sexuell übertragbaren Infektionen. Das Gesundheitsamt bietet zudem Sprechstunden für anonyme Tests zu HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen an. Weitere Infos und Kontaktdaten unter:
www.aids-hilfe-soest.de und www.kreis-soest.de/sti.

(Pressekontakt: Pressestelle, Thomas Weinstock, Telefon 02921/302249)

 

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